Hauptmenue |
Wandbilder - wechselnde Kunst im Kirchenjahr
Maria im Rosenkranz
In den Marienmonaten Mai und Oktober hängt dieses rot grundierte Wandbild über Taufbecken und Osterkerze und verbindet sie mit dem Rot der Fenster im oberen Teil der Kirche: Vom Ort der Christwerdung zieht es den Blick in die Höhe und richtet ihn himmelwärts. In der Mitte des Bildes zwischen Erde und Himmel ist Maria ihrem Kind in nicht mehr zu überbietender Weise nahe, beider Wangen berühren sich – ein häufiges Motiv der Ikonenkunst. Jesus reicht Maria eine stilisierte Lilie, in kirchlicher Zeichensprache Ausdruck gottgeschenkter Reinheit und Ausstrahlungskraft Mariens. Die Gewänder von Mutter und Kind fließen ineinander und verstärken noch die Impression von Einheit. Visionen der Apokalypse des Neuen Testaments aufgreifend (Offb. 12,1), ist Maria in himmlischer Vollendung und als herausragende Fürsprecherin der Menschen bei ihrem Sohn dargestellt. Maria, auf der Mondsichel stehend, ist von zwölf Sternen umgeben, die als zehn Rosen, Kreuz und Krone himmlischen Lebens einen Rosenkranz bilden. Das Rosenkranzgebet und das von diesem vermittelte geistliche Verharren in Christi Nähe sind das Wichtigste, was Menschen von Maria lernen können, seit Jesus sie seinen Jüngern als Mutter anvertraute. Das Kreuz verweist mit seiner dreifachen Kontur auf das Wirken der Dreieinigkeit bei der Menschwerdung Gottes aus der Jungfrau Maria. Der Kreis in der Mitte des Kreuzes, Sinnbild eines Brunnens, stellt die gedankliche Verbindung zum Taufbecken her: Alle Erlösung, jedes Geschenk von Heilung und Heil, jede Erhörung von Gebeten haben ihre eigentliche Quelle im göttlichen Heilswillen. Jesus Christus, der Pantokrator und Lehrer
‚Du Licht vom Lichte, du zeigst uns das Antlitz des Vaters; in Liebe leuchtest du: Jesu Christ.’ Christushymnus
Jesus Christus, der Pantokrator und Lehrer
Christen blicken auf zu Jesus Christus, ihm möchten sie nachfolgen in ihrem Leben. Wer ihn vor Augen hat, sieht den Vater. In diesem Wandbild sind mit Rückgriff auf die klassische Ikonographie in moderner Bildsprache verschiedene Darstellungsweisen Christi als Pantokrator und Lehrer ineinander verschränkt. Pantokrator ist ein Ehrentitel für den auferstandenen Christus, der zur Rechten des Vaters sitzt als Herrscher der Welt. Das Wort kommt aus dem Griechischen, die Silben bedeuten "panto-", "alles-", und "kratos", "Macht", "Herrschaft". Die Macht Christi ist eine segnende. Deshalb hat er die rechte Hand zum Segensgestus erhoben. Ebenso ist Jesus Christus der Lehrer der Glaubenden. So hält er in der linken Hand das geschlossene Evangelium. Die Grundfarbe der Linien, der Nimbus und das Gesicht Jesu sind golden: Christus als der Auferstandene lebt in der Fülle des göttlichen Lichtes, die noch kein menschliches Auge gesehen hat. Aus dieser Fülle der Liebe fällt Licht auf unser Leben. Die Gesichtszüge Jesu sind nicht in Linien ausgearbeitet, sondern in goldenen Nähten auf goldenem Untergrund angedeutet: Gott hat zwar in Jesus die sichtbare menschliche Gestalt angenommen, die einzelnen Züge treten jedoch angesichts der Strahlkraft des Göttlichen zurück. In den Ecken des Wandbildes links und rechts oben finden sich in Kurzschrift die griechischen Buchstaben für Jesus Christus: IC und XC. Das I ist der Anfangsbuchstabe von Jesus, das C ist jener Buchstabe des griechischen Alphabets, der verwandt wird, wenn ein „s“ in Großschrift am Ende eines Wortes steht. Das X ist der Anfang von Christus, das C wiederum das Schluss-„s“ dieses Namens. Der Strich darüber ist das Zeichen für Kurzschrift. Die Finger der rechten Hand Christi zeigen eine besondere Ausdruckstellung, welche wiederum das Monogramm IC XC abbildet. Der aufrechte Finger formt das I, der leicht gebogene das C, die unteren gekreuzten Finger das X, danach wird wieder zum zweiten Mal das obere C gelesen. Im Nimbus, dem Lichtkranz um den Kopf Christi, finden sich die griechischen Buchstaben „Ό ΩΝ“, „Der Seiende“. Die Kreuzigung
Das Bild des Gekreuzigten hängt vom Palmsonntag bis zum Karsamstag in der Kirche. Es stellt Christus im Moment des Todes dar. Doch obwohl der vergehende Schmerz der Nägel, Wunden und Dornenkrone nicht verschwiegen wird, geht von diesem Bild gleichzeitig eine Botschaft von Erhabenheit, Größe und Frieden aus. Die Gestalt Jesu drückt eines seiner letzten Worte aus: - In manus tuas, Pater, commendo spiritum meum! - In deine Hände, Vater, lege ich meinen Geist!
Die Auferstehung
Das Bild des siegreichen Christus hängt von Ostern bis
unmittelbar vor Pfingsten in der Kirche: „Ich bin das Licht, die Wahrheit und
das Leben!“ Das Motiv ist auch auf der Glocke 2 – Auferstehung abgebildet. Christus
erhebt sich als Sieger aus dem Grab, selbst das Gewand ist von dieser
Aufwärtsbewegung erfasst. Die Steinplatten des Grabes sind zur Seite geschoben –
sie bilden ein Kreuz, das jedoch nicht das letzte Wort hat. Der Stab lässt an
der Spitze das eigentliche Zeichen der Erlösung erkennen: Gott scheute nicht das
Kreuz, nicht das Leid, nicht den Tod – aus Liebe zum Menschen. Am Fuß des
Stabes zeigen die drei Verstrebungen, dass in Tod und Auferstehung Jesu Gott in
seiner Ganzheit, in der Dreifaltigkeit anwesend und wirksam war. Die Zeichen im
Lichtkranz um das Haupt Jesu halten in griechischer Sprache und Schrift fest, dass
der Auferstandene „Ο ωΝ“ ist, „Der Seiende“. Die weiße Farbe, die Dynamik der
Bewegung und die Größe des Wandbildes drücken die ganze Freude der Auferstehung
und der österlichen Lebenshoffnung aus.
Pfingsten
Das Pfingstbild zeigt in einer komplexen Darstellung die Aussendung des Heiligen Geistes. Feuerzungen in der Zahl der zwölf Apostel bilden einen Bogen, in dessen Zentrum der Kelch oder auch die Krippe das Geheimnis der Menschwerdung Christi und seiner eucharistischen Gegenwart versinnbildlichen. Maria, dargestellt in der Lilie, ist nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte in diesem Moment in der Mitte der Apostel und der Kirche. Im oberen Teil des Bildes ist Trinität dargestellt, wie sie sich in dieses Heilsgeschehen hineinbegibt: Gott, der Vater, den kein Auge je gesehen und kein Ohr je gehört hat, ist dargestellt durch die bildleere Mandorla, umgeben von den himmlischen Serafinen links und rechts. Der Heilige Geist senkt sich in Gestalt einer stilisierten Taube mit nach vorne gebogenen Flügeln der Erde entgegen. Der Kopf und das Auge dieser Taube bilden im selben Moment das ρ, das griechische R, den zweiten Buchstaben des Namens Christus in griechischer Schreibweise. Dieses uralte Christuszeichen Xρ wiederum geht im Bild sowohl aus dem himmlischen Geschehen hervor als auch aus der eucharistischen Gestalt der Hostie. So sind in diesem Pfingstbild die Geheimnisse der Dreifaltigkeit, der Eucharistie, der Kirche und der Geistsendung in gegenseitiger Durchdringung gemeinsam zeichenhaft dargestellt. Friede sei mit euch! Empfangt den Heiligen Geist! Das Neue Jerusalem
Das Bild ist eine Hilfe für Augen, für Gedanken und Glauben in der Zeit des Kirchenjahres, die sich mit dem Weg der Menschen zu Gott, mit Tod und Ewigkeit beschäftigt: die letzten Sonntage des Kirchenjahres, den Festtag Allerheiligen, den Allerseelengedenktag und das Christkönigsfest. Dieses Bild hat zwei ganz große Teile, sehr verschieden in ihrer Gestaltung. Oben ist es ausladend, in einer großen Klarheit mit breiten Linien. Dieser Teil hat eine Bewegung, ja fast eine Pfeilrichtung, die sich von oben nach unten senkt. Im unteren Teil des Bildes findet sich eine Gegen-Bewegung: aus der Spirale heraus nach oben. Die Linien sind eher filigran und bilden feine Figuren ab. Das Gesamtbild steht für den Weg des Menschen Gott entgegen und Gottes Entgegenkommen aus der Ewigkeit heraus.Keiner von den vielen Menschen dieser Erde ist wirklich allein! Das gilt für unser Leben, es gilt aber auch für den Weg über das irdische Leben hinaus Gott entgegen. Vor allem aber spricht aus diesem Bild die Verheißung Christi, dass Gott selbst sich uns nähert. Die christliche Hoffnung ist, dass wir einmal alle zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Diese Hoffnung ist bildhaft dargestellt. Das Bild lässt ein Ziel für den menschlichen Lebensweg erkennen, unser Wandern ist kein Selbstzweck. Es zeigt im oberen Teil in der Mitte so etwas wie stilisierte runde Türme und Zinnen einer Stadt. Dies steht für das „Himmlische Jerusalem“, das biblische Bild für das ewige Zusammensein mit Gott und miteinander. Über diese Türme und Zinnen legen sich – diesmal etwas spitzer – die Zacken einer Krone: Zeichen der Herrschaft Christi am Ende aller Zeiten, Christkönig. Um diese Krone und dieses Himmlische Jerusalem schmiegt sich von außen etwas anderes - die Taube als Symbol des Hl. Geistes, die von oben herunter kommt. Das ist für uns sehr wichtig, die wir eine Heilig-Geist-Gemeinde sind. Um den Kopf der Taube herum ist noch einmal ein anfangsloser Bogen geschlagen, der ewige Vater, der gewissermaßen eine dritte Welle bildet: es ist der ganze dreieine Gott, der uns entgegen kommt. Der trinitarische Gott will, dass ein Ziel in uns sei, das all diese Hoffnung umschließt. All dies will sagen: Gott kommt uns entgegen, und auf ihn gehen wir hin, unser Ziel ist das Sein in Gott und damit in nie endender Liebe.
|
Sie suchen... |