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Der Mariengarten an der Kirche
Kennen Sie schon die Marienglockenblume (campanula medium)?. Sie blüht ab Mai bis Juli in den Farben weiß, lila und rosa. Neben unserer Kirche gibt es seit einiger Zeit einen Mariengarten. In diesem Mariengarten wachsen viele Blumen, die einfach schön sind. Eine große Anzahl von ihnen trägt Namen, die mit Maria in Verbindung stehen: Madonnenlilie, Mariengras, Marienträne, Muttergottes- bettstroh, Marienglocken blume, Mariendistel… In diesem Garten befindet sich eine kleine Statue, dargestellt ist die Muttergottes, die eine Rose in der Hand hält. Warum all dies? Niemand, der wirklich glaubt, würde je die Verehrung Gottes auf den Raum der Kirche beschränken. Denn unsere Welt ist voll von Spuren Gottes. Besonders Blumen sind für viele Menschen eine solche Spur. Es ist gewissermaßen ihre „Gnade", von Gott mit dieser Schönheit beschenkt worden zu sein. Jesus sagt dazu: „Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen." (Matth. 6, 28ff) Schönheit aus Gnade ist also nicht erarbeitet, und wir können letztlich nichts anderes tun, als uns an dieser Gnade zu freuen.
Dasselbe, was wir in den Blüten entdecken, ist aber ebenso in den Menschen zu finden. Auch Menschen sind wirklich schön, nicht weil sie sich schön aufmachen oder herrichten, sondern weil sie von Gott so geschaffen und begnadet wurden. Den Höhepunkt dieser „Schönheit aus Gnade" haben Christen seit jeher in Maria erkannt: Denn alles, was Maria zur Menschwerdung Jesu hinzutat, war ja nicht Leistung, sondern Begnadung. Dies hält die Heilige Schrift fest, wenn diese Frau von verschiedener Seite angesprochen wird: "Du bist voll der Gnade", oder "Sei gegrüßt du Begnadete". Diese Begnadung Mariens ist immer schon vor allem in der Blumensprache ausgedrückt worden. Maria ist die "Rose ohne Dornen" oder die „Lilie ohnegleichen". Deshalb haben Gläubige auch den Monat Mai als besonderen Zeitpunkt der Marienverehrung gewählt: in diesem Monat blühen sehr viele von diesen Blütenschönheiten neu auf. Der Volksmund hat unzähligen Blumen einen Namen gegeben, der mit Maria in Verbindung steht. Und aus Dankbarkeit für die erhaltenen Hilfen werden gerade Mariendarstellungen häufig mit Blumen geschmückt. Unser Mariengarten befindet sich gegenüber der Wiese hinter dem Pfarrheim – also gleich im Anschluss an den Heilkräutergarten. Eine Bank lädt uns alle ein, in dieser Schönheit von Gottes Schöpfung zu verweilen – auch um für die vielfältigen Gnaden Gottes zu danken. Das (Vor-) Bild Mariens hilft sicher vielen dazu.
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