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CANT'ELLA waren da, hervorragende Beachtung!
Als nächstes...
... musizieren mit freundlicher Unterstützung durch den Förderverein für Kirchenmusik in Heilig Geist Bielefeld e. V. der Kirchenchor mit Solisten und ein kammermusikalisches Ensemble unter der Leitung von Elisabeth Schnippe und Rainer Schnippe, Orgel:
Antonio Vivaldi - Gloria in D und "italienische" Orgelwerke aus der Feder des Barockmeisters Johann-Sebastian Bach am Sonntag den 4. Juli 2010 um 17 Uhr in der Helig Geist Kirche.
Mit Felicitas Jacobsen, Petra von Laer, Andreas Kraatz, Sigurd Müller, Martina Suzuki-Buchholz, Joachim Knooke.
Zur Ankündigung auf der Chorseite, hier klicken.
Was bisher geschah:
Der Förderverein Kirchenmusik
Das Nachtkonzert
19. Juni 2010 - 20:30 Uhr
in der Heilig Geist-Kirche
hat hervorragende Beachtung gefunden.
Die Neue Westfälische schreibt am 22. Juni 2010
Lokale
Kultur Spiel mit der Sprache
Frauenchor
Cant‘Ella sang Anspruchsvolles in der Heilig-Geist-Kirche
VON
CHRISTOPH GUDDORF
Bielefeld. „Wir haben fast
gehofft, dass Sie nicht kommen, denn die Akustik in der leeren Kirche
ist phantastisch.“ Dirigentin Bine Becker-Beck hatte am Samstagabend die
Sympathien sämtlicher Zuhörer in der Heilig-Geist-Kirche Dornberg
gewonnen, bevor ihr Frauenchor Cant‘Ella auch nur die erste Note des
Konzertes gesungen hatte.
Glücklicherweise
waren viele Liebhaber anspruchsvoller, wenn auch in dieser
Konstellation immer noch eher „exotischer“ Chormusik gekommen. Denn das
Programm von Cant‘Ella hatte es in sich: Mit italienischer,
skandinavischer und deutscher (Spät-)Romantik bis hin zu
Zeitgenössischem aus Norwegen, Schweden, Finnland, Belgien, Deutschland
und sogar Australien wurde ein Bogen über das Thema „Von der Macht und
der Ohnmacht des Wortes“ gespannt.
Das
Spiel mit der Sprache beherrschte unter anderem Rudi Tas‘ „Laudate“
(Worte und Silben werden hier zu Bruchstücken) und Jukka Linkolas
„Primitive Music“ (musikalische Umsetzung von Nonsens-Texten), bei der
dem einfältigen, beinahe stumpfsinnig angelegten „Work Song“ ein
unschuldig-lyrischer Gestus des „Candle Song“ gegenüberstand, woraufhin
„The Joiku“ dem Reigen einen rhythmisch betonten Ausklang bot.
Poetisch-naturbezogen
ging es zu in Paul Stanhopes „I‘ve not your dreaming“, bei dem die
Songlines sich wie Wegeslinien durch die australische Landschaft ziehen
und das Zusammenfinden zweier Kulturen durch eine
musikalisch-kontrastreiche Betrachtung abbilden. Lautmalerisch-warme
Sommerbrisen durchzogen Jan Ake Hilleruds „Värmlandvisan“ und Waldemar
Ahléns „Sommarpsalm“, zarte Liebessehnsucht Siegfried Strohbachs „Ich
denke Dein“, wohingegen August Wewelers „Abendruhe“ ebensolche
ausstrahlte.
Der 1994 gegründete und mehrfach
ausgezeichnete Chor setzt sich zusammen aus professionell orientierten,
langjährig chorerfahrenen Sängerinnen. Ein Schwerpunkt liegt
augenscheinlich in der skandinavischen Literatur (wenig verwunderlich,
denn Skandinavien pflegt eine reiche Frauenchor-Tradition), was mit dem
Tag der Hochzeit von Schwedens Kronprinzessin Viktoria einen wunderbaren
(wenn auch zufälligen) Aufhänger hatte. In dieses Bild passte dann auch
Alfvéns „Och jungfun hon gar i ringen“ („Zum Tanze, da geht ein
Mädel“), bei dem Cant‘Ella zunächst in der Originalsprache, dann auf
Deutsch, das „güldene“ Tanzband „leichtfüßig“ zu spannen vermochte.
Das
Ensemble offenbarte eine dergestalt geschlossene Klang- und
Sprechkultur (angesichts des gemischten Alters seiner Sängerinnen
bemerkenswert), die auch an Präzision kaum einmal aus dem (metrischen)
Lot geriet (außer bei Hovlands „Se dager kommer“). Mit wenigen Worten:
Cant‘Ella – eine hervorragende Vermittlerin für die Tradition des
Frauenchores und seiner vielfältigen Literatur.
© 2010 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW), Dienstag 22. Juni 2010

Cant'ella
Frauenchor
Programm:
Thomas
Hanelt (*1962)
Jubilate
Deo
August
Weweler (1868 – 1952)
Abendruhe
Rudi
Tas (*1957)
Laudate
Giuseppe
Verdi (1813 – 1901)
Laudi
alla Vergine Maria
Egil
Hovland (*1924)
Se
dager kommer
Friedrich
Kiel (1821 – 1885)
Aus:
“6 geistliche Gesänge op. 64“
Kyrie
Paul
Stanhope (*1969)
I’ve
not your dreaming
Jan
Ake Hillerud (*1938); Satz
Värmlandvisan
Waldemar
Ahlén (1894 – 1982)
Sommarpsalm
Siegfried
Strohbach (*1929)
Ich
denke Dein
Hugo
Alfvén (1872 –
1960)
Och
jungfun hon gar i ringen
Jukka
Linkola (*1955)
Aus:
“Primitive Music“
Work
Song
The
Candle Song
The
Joiku
Karin
Rehnqvist (*1957)
Sanger
ur jorden
Jaakko
Mäntyjärvi (*1963)
El
Hambo DD
Im Anschluss an das Konzert laden wir zum geselligen Ausklang des Abends bei Sekt und Wein in den Innenhof des Gemeindehauses Heilig Geist ein.
Auf der interessanten Internetseite http://www.cantella.de gibt es Hörbares.
Und das gabs beim letzten Mal
Das Konzert für Oboe und Orgel
mit
Martina Buchholz-Suzuki, Oboe
Christof Pülsch an der Klais Orgel von Heilig Geist
am
Sonntag, den 7. Februar 2010 - 17 Uhr
in der Heilig Geist-Kirche - Spandauer Allee 48
33619 Bielefeld
fand ausgezeichnete Aufnahme durch unser Publikum und hat auch dem Kritiker der Neuen Westfälischen Zeitung gut gefallen:
Lokale Kultur
Einnehmender Bogenschlag
Musik für Oboe und Orgel in Heilig Geist
VON MICHAEL BEUGHOLD
Bielefeld-Dornberg. Die Oboe ist dank Albrecht Mayer derzeit so populär wie nie; seine Ohrenschmeichler-Arrangements von klassischen Werken rangieren auf den Bestsellerlisten ganz vorn. Das Instrument kommt aber auch anders, authentischer bestückt, gut an. So wie bei einer Konzertstunde in der Heilig-Geist-Kirche, wo die Bielefelder Musiker Martina Buchholz-Suzuki und Christof Pülsch (Orgel) mit ausgesuchter, auch anspruchsvoller Oboen-Literatur einen Bogenschlag vom Barock bis in die Moderne und zurück vollzogen.
Das (für den Rezensenten nach Werk und Wiedergabe herausragende) Lob des Originals sang gleich eingangs eine Fantasie f-Moll von Johann Ludwig Krebs, dem Lieblingsschüler Bachs. Das ernste, melodisch dicht und weit gespannte Fundstück wurde von klangreicher Tongebung und vorbildlicher Phrasierung erfüllt und in nicht auslassender Weiträumigkeit entfaltet.
Telemanns Wahlspruch lautete „Gib jedem Instrument das, was es leyden kann“. Seine Fantasie C-Dur bietet in diesem Sinne ausgepichtes Solo-Futter für die Traversflöte; selbst beste Oboen-Technik lässt da viele extrem weite Intervallsprünge angeschliffen-schwergängig klingen. Erst im fließenderen Schluss-Allegro wich der Etüden-Charakter entspanntem Barockmusizieren. Dies war beim Beschluss mit Händels F-Dur-Sonate op. 1/5 gänzlich anders, wenn feierliche „Adagio“-Sanglichkeit, hochgemuter Battaglia-Schwung und höfischer Tanzsinn die moderne Oboe von ihrer schönsten barocken Seite zeigten.
Ebenfalls ein Hörgenuss war die von Josef Gabriel Rheinberger nach dem langsamen Satz einer seiner Orgelsonaten eingerichtete Rhapsodie Des-Dur (1881) – erst als ein geschmeidig-kantables romantisches Pendant zur Krebs-Fantasie, dann auch entrückt beschwingter. Und Hermann Schroeders Sonate für Oboe und Orgel (1978) hatte gar keine wohlwollende Vorwarnung nötig. Sie spricht als hochstehende „Gebrauchsmusik“ im Sinne (und auch in der tonalen Sprache) Hindemiths unmittelbar an und besitzt bei aller Quarten-Herbheit durchaus klangsinnliche melodische Qualitäten.
Entwaffnende Spielfreude
Martina Buchholz-Suzuki und ihr Orgelbegleiter schenkten dem konzisen Dreisätzer überlegene Zuwendung und im Vivo scherzando entwaffnende Spielfreude.
Zionskantor Christof Pülsch füllte die durchdachte Konzertstunde noch mit zwei Orgel-Stücken auf. In Bachs „Pièce d'orgue“ G-Dur (BWV 572) reizte er den Kontrast zwischen Manual- und Pedaltönen bis an die Klanggrenzen der Klais-Orgel aus, so dass die dreiteilige Fantasie über Skalen und Gegenläufigkeiten im toccatischen, Durezza- sowie Lamentobass-Stil als grandios-wuchtige Ausnahmemusik vor Ohren trat. Mozarts Andante F-Dur KV 616 erfüllte der Orgelmusiker nicht nur mit dem nötigen, ganz unmechanischen Spieluhren-Charme, sondern ließ in den dynamischen Wertungen des Rondo-Themas auch bemerkenswert individuelle Intimität hören. Herzlicher Beifall.
© 2010 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW), Dienstag 09. Februar 2010
Auf dem Programm standen:
Johann Ludwig Krebs
1713-1780 |
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Fantasie f-Moll |
Georg Philipp Telemann
1681-1767 |
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Fantasie C-Dur |
Johann Sebastian Bach
1685-1750 |
|
Pièce d’Orgue BWV 572 |
Josef Gabriel Rheinberger
1839-1901 |
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Rhapsodie Des-Dur |
Hermann Schroeder
1904-1984 |
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Sonate für Oboe und Orgel (1976) |
Wolfgang Amadeus Mozart
1756-1791 |
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Andante F-Dur KV 616 |
Georg Friedrich Händel
1685-1759
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Sonate F-Dur op. 1 Nr. 5 |
Eintritt frei
Fragen an den Veranstalter, foevkimu@hgbi.de
Das waren die Orgelfesttage 2009
Beim zweiten Konzert der Orgel-Fest-Tage erwartete die gespannte Zuhörerschaft mit Bruder Andreas Warler SDS (Kloster Steinfeld) einen Stammgast an der Klaisorgel. Auch er hatte Johann Sebastian Bach im Gepäck. Damit und vor allem mit dessen zeitgenössischem Kongenius Georg Friedrich Händel wusste der Organist aus der Eifel zu begeistern.

Die Orgelbearbeitung des "Halleluja" aus dem Oratorium "Der Messias" war für viele wohl der Höhepunkt des Konzerts. Das vielgehörte Werk erhielt eine nicht für möglich gehaltene neue Wendung.
Nach den Orgelvariationen in D-Dur von Felix
Mendelssohn Bartholdy kam Warler dann zur Sache und improvisierte frei zum Lobe Gottes wie zum Dank für 10 Jahre Klaisorgel. "Nun danket alle Gott" war eines der Leitmotive, die von den Zuhörern mit viel Begeisterung wiedererkannt werden konnten.
Warlers besondere Klasse besteht ganz ohne Zweifel in der Vielschichtigkeit seiner Improvisationen, wenn er mit zwei und mehr sehr verschiedlichen Themen einen akustischen roten Faden spinnt. So hatte er bereits zum Abschluss des Vorabendgottesdienstes am Samstag, den 3. Oktober überraschend das Haydnsche Thema aus dem sog. "Kaiserquartett" zitiert.
Da macht ein Wiederhören mit dem "Chef" der König-Orgel Freude! -> König Orgel
Freunde des social Networkings im Internet können sich übrigens mit Andreas Warler auf facebook vernetzen. -> Warlers facebook Kontakt
Sein weiterer Konzertplan 2009/10 steht natürlich auch online. -> Konzerte mit Bruder Andreas
Bereits eine Woche zuvor musizierte Christoph Grohmann mit „Bach und seine Schule" zum Auftakt der Orgelfesttage.
Die trotz Bundestags-Wahl und Superwetter zahlreich erschienenen Hörerinnen und Hörer bekamen zu den Werken von Johann Sebastian Bach, Adolf Friedrich Hesse, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Christian Kittel kenntnisreiche und unterhaltsam vorgetragene Erklärungen. Dazu kamen Orgelimprovisationen, die der Organist aus eingangs zugerufenen Gotteslob-Nummern sozusagen "live erschuf".
Es fällt schwer, die blitzsaubere Spieltechnik, präzises Timing für den angemessenen Ausdruck und das perfekte Klangtuning der Registrierung von Christoph Grohmann in Worte zu fassen. Es passt alles so schön, man muss es selber hören und mitnehmen als Bereicherung der eigenen Klangbibliothek im Kopf. -> Christoph Grohmann
Wiederhören können Sie ihn Montag, den 02. November 2009 um 19.30 Uhr in der Bielefelder Altstädter Nicolaikirche mit Werken für Orgel & Orchester im Rahmen der 15. Bielefelder Konzerttage (Sa, 31.10.2009, bis So, 8.11.2009). -> Bielefelder Konzerttage
Zu Beginn des Konzerts hatte Georg Faulhaber für den Förderverein Kirchenmusik in Heilig Geist e. V. auf den Abschluss des Baus der Klais-Orgel vor 10 Jahren hingewiesen und die rege Anteilnahme der Gemeinde am Spendenaufkommen zur Finanzierung nochmals lobend hervorgehoben. -> Förderverein
Christoph Grohmann, der erste Künstler in der dreiteiligen Festreihe ging mit leicht verständlichen Lobesworten auf die musikalisch technischen Eigenschaften der Orgel ein. Fazit: eine Prinzessin der Instrumente, die mit ihren 18 klingenden Registern ein Höchstmaß an stilistischer Klangbildung ermöglicht. -> Orgel
Unsere Festreihe schließt mit dem Konzert von Kathrin Maetzel am 11. Oktober 2009. Und als hätten die drei Organisten sich abgesprochen, stehen auch bei ihr Johann
Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy auf der Liste. Die
gebürtige Bielefelderin bringt aus ihrer Wahlheimat Lübeck aber
selbstverständlich Dietrich Buxtehude mit, dazu Werke von Théodore
Salomé, dem Organist des 19. Jahrhunderts an der Pariser Chororgel
Cavaillé-Colls in La Trinité und dem letzten großen Impressionisten
Olivier Messiaen.
Alle drei Konzertorganisten sind unserer Gemeinde und dem Instrument von Beginn an besonders verbunden. Sie waren entweder bereits am Weihetag, den 26. September 1999 anwesend oder haben danach bereits bei uns mehrere Konzerte gespielt. Es ist ihnen ohne Frage ein ganz besonderes Anliegen für uns zu spielen und uns eine ganz besondere Freude sie bei uns zu haben!
Bei uns war auch...
Tomasz Adam Nowak (Münster/Detmold) am Sonntag, 15. Februar 2009, 17 Uhr
Der stille Diener Ihrer Majestät der
Orgel
Tomasz Adam Nowak an der Klais-Orgel
in Dornberg
Still und freundlich kam der Organist
Tomas Adam Nowak mit dem Zug von Münster nach Dornberg, um am
vergangenen Sonntag auf den 18 Registern der Klais-Orgel in der
Heilig Geist-Kirche französische Großmeister zu intonieren.
In der Eröffnung mit Marcel Duprés
Bearbeitung von J. S. Bachs Sinfonia aus der Kantate „Wir danken
dir, Gott“ BWV 29 zeigte der Organist der Markt- und Stadtkirche
St. Lamberti seine technische Klasse gleich von Beginn an in den
langen Sechszehntelläufen, die sehr rasant, vor allem aber mit
unerschütterlicher Präzision im Tempo daherkamen; dabei auch mit
vollendetem musikalischem Ausdruck.
Mit dieser Synthese von technischer
Perfektion und Musikalität ging es weiter zu Charles Marie Widors 5.
Orgelsymphonie f-Moll, op. 42,1. Nie schien den Zuhörern die Zeit
bis zum dritten Satz, der populären „Toccata“, so kurzweilig
interpretiert wie hier mit dem in vielen Wettbewerben ausgezeichneten
Organisten Nowak. Mit sinfonischem Gestus und ausgezeichneter
Registerauswahl entstand der plastische Eindruck orchestralen
Musizierens, als wären da dutzende Musizierende am Werk.
Mit italienischem Spielwitz führte
Tomasz Adam Nowak Vincenzo Antonio Petralis „Missa solenne,
Versetti per il Gloria“ auf, eine Musik im Operngestus, wie sie nur
in Italien die Weihen als Messmusik erlangen konnte. Grandios war die
Leichtigkeit der Spielfiguren unter Nowaks Händen, die alle
technischen Belange, die dafür unabdingbar sind, vergessen machte.
Dasselbe sollte für Edward Elgars
„Pomp and Circumstance“ op. 39 gelten, dessen Beginn in
ungeschlachtem Marschtempo manchen Interpreten schon zum Verhängnis
geworden ist, bevor sie das rettende Ufer des Hymnus „Land of Hope
and Glory“ erreicht hatten. Hier musste der Professor für
künstlerisches Orgelspiel an der Musikhochschule Detmold alle
Register ziehen, unterstützt von einem seiner Schüler, der in den
auf- und abwallenden Crescendi viel zu tun hatte.
Entgegen der üblichen Bitte des
einladenden Fördervereins für Kirchenmusik in Heilig Geist, es möge
erst zum Ende applaudiert werden, brach spontaner Beifall los ob
dieser grandiosen Elgar-Interpretation. Dabei folgte noch ein
Höhepunkt, den der im Fach Orgelimprovisation lehrende Nowak anhand
dreier gegebener Karnevalsmotive improvisierte: Es erklangen „Bolle“,
„Der treue Husar“ und „Wir sind alle kleine Sünderlein“,
nacheinander je mit charakterisierenden thematischen Durchführungen,
schließend in einer thematischen Engführung alle drei Themen in
einer grandiosen Coda, die das Dornberger Publikum zu spontanen
Standing-Ovations von den Bänken riss - ein seltenes Bild hier, auch
an Karneval.
Mit einer humoresken Miniatur über
„Großer Gott wir loben dich“ die spieluhrenhaft verklang,
empfahl sich der Organist unter sehr herzlichem Beifall für weitere
Konzerte in dieser Gemeinde.
PROGRAMM
JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750)
Sinfonia aus der Kantate 29 "Wir danken dir, Gott"' für Orgel bearbeitet von M. Dupré
CHARLES MARIE WIDOR (1844-1937)
aus: 5. Symphonie f-Moll op. 42, Allegro vivace, Allegro cantabile, Toccata
VINCENZO ANTONIO PETRALI (1832-1889)
aus: Messa solenne in D, Versetti per il Gloria, Allegro brillante, Allegretto grazioso Andante mosso Marcia dopo la messa
EDWARD ELGAR (1857-1934)
Pomp and Circumstance op.39 für Orgel bearbeitet von E. H. Lemare
TOMASZ ADAM NOWAK (*1962)
Improvisation über gegebene Themen (Karnevalslieder)
Vita
Tomasz
Adam Nowak wurde 1962 in Warschau geboren. Zunächst studierte er an der
Frédéric-Chopin-Hochschule seiner Heimatstadt, danach in München, Paris
und Amsterdam. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler
Orgelwettbewerbe, u. a. Sieger im Haarlemer Improvisationswettbewerb.
Konzerte, Rundfunk- und Tonträgeraufnahmen führen ihn nach Europa und
Übersee. Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind das Orgelwerk
J. S. Bachs (das er mehrmals komplett aufgeführt und aufgenommen hat),
die Werke Max Regers, die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie die
Kunst der Improvisation. Nowak ist Professor für Künstlerisches
Orgelspiel und Improvisation an der Hochschule für Musik Detmold und
Organist der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster. Die
Leitung von Meisterkursen in Europa und den USA, die Tätigkeit als
Juror bei internationalen Wettbewerben und die Zusammenarbeit mit
verschiedenen Sinfonieorchestern im In- und Ausland sowie die
Künstlerische Leitung des Internationalen Orgelfestivals
Westfalen-Lippe runden sein Wirken ab.
Am Sonntag, den 16. November 2008, war bei uns das Vokalquartett Ars Cantandi Bielefeld
und Eberhard Brünger, Orgel
Chor- und Orgelmusik zum Ende des Kirchenjahres.
Mit Werken von Altnikol, Krebs, Brahms, Poulenc, Copland und Walter Kraft.
Konzertkritik:
Foto: Joachim Müller, Bielefeld
Ars Cantandi sind:
Ulrike Westenfelder, Sopran
Annagret Frommhold, Alt
Daniel Debrow,Tenor
Johannes Geßner, Bass
Programm
Gioacchino Rossini: Ave Maria
(1792-1868)
Francis Poulenc: Salve Regina
(1899-1963)
Johannes Brahms: „Herzlich tut mich verlangen“ aus op.122,1
(1833-1897)
Johann Christoph Altnikol: Motette „Befiehl du deine Wege“
(1719-1759)
Johann Ludwig Krebs: Fantasie über „Freu dich sehr, o meine Seele“
(1713-1780)
Aaron Copland: Four Motets:
(1900-1990)
1.Help Us , O Lord
2.Thou, O Jehova, Abideth Forever
3.Have Mercy on Us, O My Lord
4.Sing Ye Praises To Our King
Walter Kraft: Totentanz
(1905-1977)
Zoltán Kodály: Psalm 114
(1882-1967)
Informationen zu den Ausführenden Künstlern:
DAS VOKALQUARTETT ARS CANTANDI
Das Vokalquartett „Ars Cantandi“ wurde
im Herbst 2005 mit dem Ziel gegründet, ausgefallene und anspruchsvolle
Werke der Vokalliteratur aufzuführen. Die Mitglieder sind alle
studierte Musiker und arbeiten im Bereich Kirchenmusik und Schulmusik.
Im Jahr 2007 wirkte das Quartett bei der
Bielefelder Uraufführung der Auftragskomposition „Und leite mich auf
ewigem Wege“ der Komponistin und Kantorin Anna Ikramova aus Troisdorf
bei Bonn mit. Dieses zum Jubiläum „350 Jahre Reformierte Gemeinde
Bielefeld“ eigens komponierte Werk wurde großzügig vom
Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen durch den
Landesmusikrat NRW gefördert. Die Aufführung erlangte überregionale
Beachtung in der Presse.
Derzeit plant das Quartett eine größere Konzertreise ins europäische Ausland im kommenden Jahr.
EBERHARD BRÜNGER, ORGEL
Eberhard Brünger wurde 1939 in
Schweicheln bei Herford (Westfalen) geboren. Von 1959-1966 studierte er
Schulmusik, Germanistik, Klassische Philologie, Philosophie und
Musikwissenschaft in Köln, Detmold, Freiburg und Münster; Cembalo bei
Fritz Neumeyer; Kirchenmusik bei Wilhelm Ehmann in Herford.
Mehr als dreissig Jahre war er mit den
Fächern Musik und Latein am Gymnasium in Bielefeld-Sennestadt tätig,
sowie als Kantor und Organist an den evangelischen und katholischen
Kirchen in Sennestadt. 1980 folgte das A-Examen und die Ernennung zum
Kirchenmusikdirektor.
Von 1980 bis 1982 war Eberhard Brünger Dozent an der Kirchenmusikschule Herford.
1999 erfolgte nach der Pensionierung der Umzug nach Freistatt (Niedersachsen).
Seine berufliche Tätigkeit war vor allem
geprägt durch die intensive Arbeit mit vier Chören, etwa 12-15
Kirchenkonzerten pro Jahr und die Beschäftigung mit Alter Musik und
historischen Tasteninstrumenten.
Eberhard Brünger geht heute einer regen
Konzerttätigkeit (Orgel, Cembalo, Clavichord, historisches
Tafelklavier) in ganz Deutschland nach, u. a. jedes Jahre im Rahmen des
Brandenburgischen Dorfkirchensommers.
Zusammen mit Sabine Bleier, Flöte
(Hannover) und Franziska Grehling, Oboe (Celle) widmet Eberhard Brünger
sich der Kammermusik für Triobesetzung. Darüber hinaus ist er
regelmäßig als Organist in der Freistätter Kirche tätig und
veranstaltet literarische Abende.
Sonntag, 7. September 2008, 17.00 Uhr
Orgelkonzert mit Christoph Grohmann an der Klais-Orgel der Heilig Geist-Kirche Bielefeld-Dornberg
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Praeludium und Fuge C-Dur (BWV 566)
Christoph Grohmann (geb. 1955)
Frei improvisierte Choralpartita über einen gegebenen Choral
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sonata D-Dur (Wq 70/5)
Allegro di molto – Adagio e mesto – Allegro
Christoph Grohmann
Zwei frei improvisierte Vorspiele über gegebene Choräle
Samuel Rousseau (1853-1904)
Mélodie et Canon (1896)
Louis Vierne(1870-1939)
Aus „24 Pièces en style libre” op. 31: Lied
Scherzetto
Marco Enrico Bossi (1861-1925)
Aus „10 Composizioni per Organo“ op. 118:
Toccata di Concerto
An der Klais-Orgel: Christoph Grohmann (Rheda-Wiedenbrück)

... geboren 1955 in Bielefeld, studierte
1974-80 bei Helmut Tramnitz an der Hochschule für Musik in Detmold
(Kirchenmusik-A- und Konzertexamen Orgel) und nahm 1979 und 1980 an
Orgel-Meisterkursen bei Flor Peeters in Mecheln/Belgien teil.
Er wirkte als
Dekanatskirchenmusiker an St. Clemens in Rheda und als Lehrer an der
Musikhochschule in Detmold und leitet gegenwärtig Orgelklassen in
Bremen und Herford.
Seit 1989 arbeitet er außerdem
freiberuflich als Orgeldozent und schuf sich ein internationales
Renommee als Konzertorganist sowie durch Rundfunk-Aufnahmen.
Seit 1988 gehört er dem Präsidium der internationalen Gesellschaft der Orgelfreunde (GDO) an.
Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Aufführung von Werken des
19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie von Werken für Orgel und
Orchester, außerdem die Improvisation über Themen aus Liturgie und
Gregorianik.
Wer Christoph Grohmann in einem ganz
anderen Metier kennenlernen möchte, muss zum Tanner Musiksommer in die
Rhön fahren, wo er am kommenden Samstag, 16. August 2008 als
Klavierbegleiter der berühmten Vokalgruppe "Drops" auftritt (mehr... )
Und noch davor gab es bei uns...
"Per Flauto senza Basso"
Am Sonntag, 20. April, 17.00 Uhr, Blockflötenkonzert mit Frank Oberschelp, Bielefeld.
"Achtung: Wer Frank Oberschelp live hört, muss ernsthaft mit dem Verlust seiner Vorurteile über Blockflötenmusik rechnen!"
Und so war es dann auch - das Westfalenblatt berichtete am 23. April 2008 (klick auf die Grafik).

Frank
Oberschelp- Bockflöte
Frank Oberschelp wurde in Münster
geboren. Nachdem er 1987 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend
musiziert" gewann, studierte er seit 1989 Blockflöte bei Heiko ter
Schegget, Baldrick Deerenberg und Marion Verbruggen am Conservatorium Utrecht.
Frank Oberschelp legte dort 1994 das Docerend- Musicusexamen und 1995 das
Konzertexamen mit Auszeichnung ab. 1998 wurde gewann er den Solowettbewerb des
„Internationalen Blockflöten- symposions Calw“.
Frank Oberschelp konzertierte mit
verschiedenen Ensembles in Deutschland, Tschechien, Rußland, Österreich,
Portugal und den Niederlanden. Seit 1999 leitet er den Fachbereich Blockflöte
an der Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld.
Programm:
- Ballata Per tropo fede - Italien 14.
Jh.
Saltarello
- Ballata Amor mi fa cantar al la Francesca
Saltarello
- Fantasie en
Echo - Jacob
van Eyck 1590- 1657
- Blydschap
van min vliedt
- Engels Nachtegaeltje
- Der Besucher der Idylle - Isang
Yun 1917- 1995
aus Chinesische Bilder
- Preludes aus „L’art de Preludèr - Jacques Hotteterre 1674- 1763
Modere/ Gay
Tendrement/ Gay
- Passacaille - Jean-Fery
Rébel 1666-1747
- Les Folies d’Espagne - Marin
Marais 1656-1728
- Der Affenspieler - Isang
Yun
- Partita
c-moll - Johann
Sebastian Bach 1685- 1750
Allemande
Corrente
Sarabande
Bouree
anglaise
Am Sonntag, 27. Januar 2008 um 17.00 Uhr, haben wir Musik für Oboe und Streicher mit Mitgliedern
des Philharmonischen Orchesters der Stadt Bielefeld erlebt.
Im Programm:
- Jan Wanhal (1739-1813)
Quartett
Opus 7 Nr.6 für Oboe, Violine, Viola und Violoncello
Allegro - Andante - Menuetto - Presto
- Ferdinand Ries
(1784-1838)
Streichtrio WoO 70 Nr.1 Es-Dur
Allegro
moderato - Menuetto, Allegro - Adagio cantabile - Finale, Allegro
- Wolfgang Amadeus
Mozart
Quartett KV 370 für Oboe, Violine, Viola und Violoncello
Allegro - Adagio - Rondo, Allegro
Die Ausführenden:
- Thomas
Bogdan, Oboe
- Irmela
Barthel, Violine
- Nikolaus
Vulpe, Viola
- Imke Wilden, Violoncello
Thomas Bogdan
studierte an der Folkwanghochschule in Essen, sowie an der Hochschule in
Detmold und ist seit 1985 bei den Bielefelder Philharmonikern als
stellvertretender Solooboist engagiert.
Ebenfalls seit 1985 spielt Irmela Barthel als erste Geigerin in Bielefeld. Nach ihrem Studium
in Leipzig war sie zunächst bei der Staatsphilharmonie in Halle/Saale, und
später beim Orchester der Deutschen Oper am Rhein, Duisburg unter Vertrag.
Nikolaus Vulpe, stellvertretender
Solobratscher bei den Bielefelder Philharmonikern, studierte in Clausenburg.
Aus Kronstadt / Siebenbürgen stammend, spielte er zunächst im auch im
Kronstädter Orchester, wechselte dann nach München, bevor er 1984 seine Stelle
in Bielefeld antrat.
Imke Wilden ist
seit 1996 Mitglied der Cellogruppe des Bielefelder Orchesters. Sie stammt aus
Hamburg und studierte in Köln und London.
Allen Mitgliedern des Ensembles gemeinsam ist ihre Liebe zur
Kammermusik, die sie seit einigen Jahren regelmäßig zusammenführt.
Der Oboist Thomas Bogdan erweiterte bereits mehrfach als
Gast das in dieser Besetzung etablierte Streichtrio zum Quartett.
Die unterschiedlichen Temperamente und Ansichten der
einzelnen Musiker führen regelmäßig zu erfrischender Probenarbeit und daraus
resultierend lebendigen Konzerten!
Am Sonntag, 14. Oktober 2007, 17 Uhr war Bruder Andreas Warler zu Gast an der Klais Orgel:
Orgelkonzert mit Bruder Andreas Warler
- Organist an der Basilika Steinfeld -
PROGRAMM:
Dieterich Buxtehude (1637-1707)
Praeludium, Fuge und Ciacona in C, BuxWV 137
Choralfantasie „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, BuxWV 223
Ciacona in e, BuxWV 160
Toccata in d, BuxWv 155
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Allein Gott, in der Höh sei Ehr, BWV 662
Christian Friedrich Ruppe (1753-1826)
Vier Fugen: G-Dur – F-Dur – B-Dur – C-Dur
Johann Christian Heinrich Rinck (1770-1846)
Sechs Variationen über ein Thema von Corelli, op. 56
Clemens Ingenhoven (1905-1982)
Choral und Variationen über „Maria, dich lieben“
Andras Warler (*1965)
Freie Improvisation
Der rheinische Zungenschlag und sein direktes freundliches Wesen
verraten rasch seine rheinische Herkunft: Bruder Andreas Warler ist
Organist an der Basilika des Klosters
Steinfeld. 1965 im ebenfalls in der Eifel gelegenen Baasem geboren
studierte er Theologie in Passau und konnte somit der weltgrößten
Domorgel nicht entgehen. 1989 begann er das Studium der Kirchenmusik.
Seither ist er als Konzertorganist aktiv in Steinfeld und auf
Reisen. Zahlreiche CD-Aufnahmen sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen
mit dem WDR dokumentieren sein kreatives Schaffen.
Bereits zum sechsten Mal ist er nun auf Einladung des Fördervereins
zu Gast in Heilig Geist gewesen. Wiederum überzeugte er das bei bestem
spätsommer Wetter in Heilig Geist eingekehrte Publikum von seinem
Handwerk vor allem mit den Füßen (dazu gleich)!
Sein historisch
stilbewusstes Musizieren brachte den Klang zweier heute vielleicht am
seltensten aufgeführten Orgelkomponisten zu Gehör: der Thüringer
Kirchenkantoren und nachbach'schen Orgelvirtuosen Rinck und Ruppe.
Verzückt
vernahmen die Zuhörer danach die liebevollen Variationen über ein
Marienlied des 1982 verstorbenen Düsseldorfer Maxkirchen Organisten
Ingenhoven. Beeindruckend vor allem die mitunter rasante und nur mit
dem Pedal ausgeführte Variation.
Den Rahmen gab eingangs eine
musikalische Retrospektive Buxtehudes, an den in seinem 100. Todesjahr
besonders erinnert werden sollte. Hier war es vor allem sein Praeludium
und Fuge, das gleich am Anfang eine ungewohnt mitreißende Vorstellung
des alten Meisters vermittelte. Selten hört man Buxtehude so spontan
wie in dieser quasi-improvisierten Eingebung.
Das aber lag, wie
sich zu Schluss des Programms zeigte, auch an der bereits bekannten und
immer wieder bewunderten Improvisationsfähigkeit des Organisten.
Andreas Warler entwarf mit geschickt gewählten thematischen Strichen
eine rhapsodische Orgeldichtung von höchster Dynamik und sehr
persönlichen choralartig gewirkten Teilen. Die musikalische Seele
offenbarte sich beim Spielen. Das aufmerksame und höchst konzentrierte
Publikum klatschte begeistert Applaus und forderte Zugabe, die gern
gleich vierfach gewährt wurde.
Ein Wiedersehen und -hören wird gewünscht!
Bereits im August 2007...
Das
vom Förderverein Kirchenmusik e.V. am vergangenen Sonntag, den
26.
August 2007 in unserer Pfarrkirche Heilig Geist präsentierte
Konzert...
can carmina meets classics
...
hat großen Anklang gefunden. Die trotz - endlich mal wieder!
-
sommerlichen Wetters und zahlreicher Wochenendattraktionen gut besetzte
Zuhörerschaft erlebte eine überraschende Premiere:
Die konzertierenden
Musiker waren überwiegend Mitglieder von can carmina, die an
Stelle des
neuen christlichen Liedguts mit ebenso souverän vorgetragenen
Interpretationen klassischer und barocker Kammermusik aufwarteten.
Nach
der Begrüßung im Namen des Fördervereins
Kirchenmusik e.V., in dessen
Konzertreihe die Veranstaltung stattfand, und einführenden
Worten in
den außermusikalischen Zweck der Veranstaltung (s. u.)
eröffnete einer
der beiden Gastmusiker, Alexander Kowalak, das Konzert mit dem
holländischen Altmeister der Blockflöten-Literatur
Jacob
van Eyck (1590 – 1657) und Variationen über "Onse
Vader in Hemelryck" aus "Der Fluyten Lusthof".
Mit einer gediegenen und
hohen Maßstäben gerecht werdenden Interpretation von
Johann
Sebastian Bachs (1685 – 1750) bekanntem Doppelkonzert
für zwei Violinen d-Moll BWV 1043, konnten die
Geschwister Thilo
S. Schacker, Violine, und Svenja
Siepmann, Klavier, an der Seite der erfahrenen Musikpädagogin Annette
Steinkühler, Violine, das Publikum sogleich davon
überzeugen, dass der
Sonntag Nachmittag genussvoll ausklingen würde. Die drei, alle
Kräfte
der Spieler abfordernden Sätze, erklangen mit erstaunlicher
Gelassenheit und Bravour, wie sie nur von Profis erwartet wird.
Mit Johann
Joachim Quantz' (1697 – 1773) Flötenkonzert
G-Dur
QV 5: 174 schlossen Julia
Hatwig, Flöte und Svenja
Siepmann, Klavier, an das hohe Niveau an. Die klare und saubere
Ansprache der jungen Musikstudentin und eine starke Atemtechnik
ließ
die anspruchsvollen Notenläufe lustvoll dahinperlen, als
wäre es ein
Kinderspiel - so sollte die Kunst am Hofe Friedrichs des
Großen sein:
schwerelos.
A propos: Die
Schwerelosigkeit fand gleich anschließend beim Meister
Wolfgang
Amadeus Mozart (1756 – 1791) seinen Gipfel mit den bekannten 12 Variationen
über "Ah! Vous
dirai-je, Maman"
KV 265,
die Svenja Siepmann nach einer kurzen Pause vortrug, in der sie sich
die inzwischen warm gespielten Hände abkühlen musste.
Diese
Erleichterung für die Spielerin dürfte nur von kurzer
Dauer gewesen
sein. das Publikum hingegen schmolz dahin, angetan vom Mozartschen
"Leichtsinn".
Mit
Arthur
Honeggers (1892 – 1955) "Danse
de la chèvre" für
Solo-Flöte brachte Alexander
Kowalak die Zuhörer sodann in die Klangwelt der
französischen
Impressionisten des zwanzigsten Jahrhunderts: pentatonische
Panflötenklänge intonierend hüpfte und
wirbelte es bacchantisch
und ungestüm durch den Kirchenraum und mancheiner
empfand dabei
tatsächlich so etwas, wie den strengen Geruch nach "Ziege".
Fritz
Kreislers (1875 – 1962) Praeludium
und Allegro (im
Stil von Gaëtano Pugniani) mit der überragend
souverän auftretenden und
agierenden Luise
Krawulski an der Violine und der unermüdlichen Svenja Siepmann
am
Klavier ließ das Publikum ganz zu Ende des Konzertes noch
einen
musikalischen Gipfel erhören. Das mädchenhaft
schüchterne
Understatement der jungen Geigerin wurde bereits nach den ersten langen
Bogenstrichen des Präludiums als Grandezza enttarnt und in der
Virtuosität des Allegro entpuppte sich Strich für
Strich ein ganz
großes Nachwuchstalent.
Großer
Applaus für alle Beteiligten, ein Ungarischer Tanz
vierhändig als
Zugabe von Siepmann/Hatwig am bescheidenen E-Piano mit
Konzertklangprozessor, Blumen und eine großzügige
Türkollekte zugunsten
des Projekts Sydney 2008 - can carmina möchte beim
Weltjugendtag
des Papstes in Australien im kommenden Jahr mit dabei sein - sowie der
vielfach ausgesprochene Wunsch, dieser Aufführung eine
Fortsetzung
folgen zu lassen, beschlossen den wunderbaren Musiknachmittag.
Fotos gibts bei doceri, hier klicken
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